Stahl in Vollendung

„Die Zeit verwandelt uns nicht. Sie entfaltet uns nur.“
Max Frisch

 

Gerne geben wir Ihnen einen Einblick in unsere Firmengeschichte:

Die Geschichte unseres Unternehmens lässt sich bis ins Jahr 1789 zurückverfolgen, als damals – mitten in den Wirren der napoleonischen Kriege – in Linz eine kleine Eisenhandlung gegründet wurde (die spätere S. Ehrenletzberger Eisenwarenhandlung), eigentlich also in einer Zeit des wirtschaftlichen Tiefpunkts, einer durch Kriege ausgehungerten Ökonomie.
Und so galt es zunächst – durchzuhalten

 Zu Beginn des 19. Jahrhunderts endlich begann der langsame, aber stetige Aufschwung, welcher in nicht unerheblichem Maße auch der  Errichtung der Pferdeeisenbahn, der Eröffnung der Donau-Dampfschifffahrt und dem damit einhergehenden, stetig steigenden Strom durchziehender Reisender geschuldet war. Die Stadt Linz wuchs und wuchs, das Beherbergungsgewerbe florierte – und so auch der Eisenhandel.

Die ganz große Belebung fand das Unternehmen schließlich nach dem Eintritt von Herrn Anton Huster, dessen Witwe später Herrn Siegmund Ehrenletzberger ehelichte. Von da an expandierte die Firma stark, strategisch durchdacht an den wichtigen Schnittpunkten von Eisenbahnlinien, und entwickelte sich zur einzigen Großhandlung im Lande. Als solche führte sie praktisch alle „Eisenwaren“, von Eisenhalbfabrikaten über Bleche und Drähte in allen Stärken, Rohren in allen Dimensionen, Güten jeder Art bis hin zu Werkzeugen, Baumaterial und Küchengeräten, schließlich auch Waffen und Munition.

Als gegen Ende des 19. Jahrhunderts die Geschäftszentrale am Linzer Hauptplatz (damals Franz-Josef-Platz) in ein für damalige Verhältnisse modernes Geschäftshaus umgebaut wurde, und die Firma nun auch nach außen hin einen würdigen Rahmen mit lichtdurchfluteten, großen, praktischen Räumen erhielt, hatte sich die kleine Eisenhandlung in einer Zeitspanne von 100 Jahren endgütlich zu einem Vorzeigeunternehmen von bedeutendem nationalen Format gemausert, welches fortwährend, selbst im ersten Weltkrieg noch, sehr gute Zahlen schrieb. Gleichzeitig waren die Firmeneigentümer sozial sehr engagiert und zeigten großes Wohlwollen gegenüber ihrer Gefolgschaft.

1923 erwarb das Unternehmen wesentliche Anteile an der 1818 gegründeten Greinitz AG (Graz), welche jedoch ein paar Jahre später, 1930, im Sog des Wutte-Konzerns in finanzielle Schwierigkeiten geriet, welche nur durch Beteiligung anderer, u.a. der Österreichischen Alpine Montan Gesellschaft, überwunden werden konnten. – Ein erster kleiner Dämpfer in der Geschichte des Unternehmens!

Auch die Zeit des zweiten Weltkriegs, sowie die Wirren der Vor- und Nachkriegszeit gingen nicht spurlos am Unternehmen vorüber. So etwa fiel im Zuge des Neubaus der Linzer Nibelungenbrücke das Geschäftshaus am Linzer Hauptplatz durch Enteignung und Abbruch der Neugestaltung des Brückenkopfes zum Opfer, sodass ad hoc ein neues Verkaufslokal gefunden und eingerichtet werden musste.
1945 wurden gleich zwei Lagergebäude der Firma vom Bombenhagel der Alliierten immer wieder schwer getroffen; Und 1946 wurde die Firma gar unter amerikanische Vermögenskontrolle gestellt; Die öffentliche Verwaltung sollte erst 1956 wieder beendet werden.

Dennoch begannen schon ab 1947 wieder Jahre eines alle Mitarbeiter mitreißenden Arbeitseifers und Aufbauwillens. Die Firma wurde abermals ausgebaut und expandiert räumlich nunmehr bis nach Wien.

Die Ausdehnung und Modernisierung schritt  auch in den 60er Jahren zügig weiter. Investitionen in Millionenhöhe führten allmählich zu einem nie dagewesenen Warenumschlag und zu einem im höheren Umsatz.

Das Stahlgeschäft der 1970-er Jahre war geprägt von einer „Verfeinerung“ des Geschäftsfeldes, einer zunehmenden Spezialisierung und der verstärkten Aufnahme von diversen Anarbeitungaktivitäten. Am Stahlmarkt gab es zahlreiche Firmen-Neu- und Umgründungen, und es etablierten sich immer mehr Marktspieler.

Das Jahr 1977 schließlich war ein besonderer Meilenstein in der Geschichte unseres Unternehmens. Es fusionierten gleich vier Gesellschaften, die Eisenhof S. Ehrenletzberger AG Linz, die ESTAG Wien, Greinitz AG Graz und Einicher AG Klagenfurt zur VOEST-ALPINE Stahlhandel Aktiengesellschaft, einer Tochtergesellschaft des voestalpine-Konzerns. – Das größte Stahlhandelsunternehmen Österreichs entstand, mit rund 4 Mrd. Schilling Umsatz und über 1500 Mitarbeitern.
In den darauf folgenden Jahren strukturierte sich die Firma (neu). Geschäftssparten wurden analysiert und optimiert, mit anschließender räumlicher und organisatorischer Trennung der Unternehmenstätigkeit in „Kerngeschäft“ (Schwerware) und „Randgeschäfte“ (Eisenware und Heizung/Sanitär), allerdings vorerst noch innerhalb der VAS Gesamtverantwortung; erst allmählich wurden die Randgeschäfte auch tatsächlich ausgegliedert bzw. getrennt geführt. In diese Periode fielen auch diverse strategische Grundstücks-Zu- und Verkäufe, die Durchführung verschiedener Investitionsprogramme, die zunehmende Digitalisierung des Unternehmens etc.

Ab Beginn der 1990-er und bis zum Jahr 2005 setzte die VAS ihre Ost-Europa-Strategie um. Tochtergesellschaften in mehreren osteuropäischen Staaten wurden gegründet und nahmen ihren Betrieb auf. Viele schöne und erfolgreiche, aber auch wirtschaftlich unruhige Zeiten folgten.Erst nach dem Ende des Ost-Europa-Booms, welches in den Weltkrisenjahren 2008/09 einsetzte, sollte sich auch unser Unternehmen wieder vom osteuropäischen Markt zurückzuziehen, um sich auf ganz auf das Marktgebiet Österreich und das eng angrenzende Ausland fokussieren zu können.

Ebenfalls in die 1990-er Jahre fiel der Ausbau der Geschäftssparten „Anarbeitung Feinblech“ (SSC) und Grobblechanarbeitung (GBS), welche sich sehr zufriedenstellend entwickelten und in weiterer Folge schließlich vom voestalpine-Mutterkonzern direkt übernommen wurden (heutige „voestalpine Steel &  Service Center GmbH“).

Ein weiteres einschneidendes Jahr war 2007, als unser voestalpine Mutterkonzern im Rahmen einer Strategieänderung beschloss, uns mehrheitlich an die polnische Zlomrex-Gruppe zu verkaufen. Voestalpine blieb vorerst mit 25,1% minderheitsbeteiligt. Die entsprechende Umfirmierung erfolgt zwei Jahre später im Jahr 2009 in „COGNOR Stahlhandel GmbH“.

Im Jahr 2011 schließlich wurden wir Teil des russischen Mechel-Konzerns, einem börsennotierten internationalen Konzern mit Sitz in Moskau, der sich unter anderem mit der Produktion von Stahlprodukten beschäftigt. Die Umfirmierung erfolgte 2013 – in „Mechel Service Stahlhandel Austria GmbH“.

Und nun?

… blicken wir zurück auf über 200 Jahre traditionsreiche Geschichte.
… blicken wir zurück auf 200 Jahre an bewegten Zeiten, stürmische und auch ruhige.
… schauen wir in die Zukunft und freuen uns auf die neuen Herausforderungen.

Die Geschichte hat uns geprägt und uns entfaltet und uns zu dem gemacht, wer wir heute sind:

 

Ihr Partner für Stahl